Gregor Gysi zur Leiharbeit

Gregor Gysi spricht mal wieder viel Wahres zum Thema Leiharbeit aus und erinnert die SPD - die sich ja im Moment als das soziale Gewissen der Regierung geriert - daran, daß sie uns die ganze Misere mit Leiharbeit und Hartz IV erst eingebrockt hat. Meiner Meinung nach kann man das der SPD nicht oft genug unter die Nase reiben, was die Seeheimer ihnen da eingebrockt haben. Vielleicht werden sie irgendwann mal wach und schmeissen die Bagage endlich raus (man wird ja wohl mal träumen dürfen...).

Sehr entlarvend finde ich auch, ziemlich am Anfang, daß unter den Abgeordneten wohl Nachhilfebedarf besteht, wenn es um makroökonomische Zusammenhänge geht. Gewisse Grundkenntnisse in Makroökonomie sollten meiner Meinung nach verpflichtende Vorraussetzung für das Bekleiden eines politischen Amtes sein.
Warum nicht eine verpflichtende Grundausbildung in Sachen Wirtschaft, Informtionstechnologie, Gesellschaftskunde und Geschichte (wer will, kann die Liste gerne in den Kommentaren ergänzen) bevor man eine politische Laufbahn einschlagen kann? Vielleicht würde das ja die Flut an wirklich hirnverbrannten Gesetzen ein wenig eindämmen.

Ihr verdammten Luschen!

Ich weiss echt nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn in den Zeitungen und Nachrichten ständig von “Schneekatastrophe” geseiert wird. Da frag ich  mich jedesmal zwei Dinge: ham die Leute kein Gedächtnis mehr, das länger als zehn Sekunden zurückdenken kann? Und sind die alle so verweicheiert, daß jetzt schon bei nem halben Zentimenter Schneedecke der Notstand ausgerufen werden muss?

Ne ech mal. Winterkatastrophe geht anders! Guckt ihr hier:

Von wegen christlich…

Liebe Erfurter Richter: Danke.

Danke dafür, daß ihr Tacheles geredet und festgestellt habt, daß die die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) nicht tariffähig ist. Es ist ein deutliches Zeichen gegen Dumpinglöhne, die nicht nur den Menschen in diesem Land, sondern auch der Wirtschaft schaden.

Ich habe mich schon lange gefragt, was denn daran christlich sei, fast im allerwertesten der Arbeitgeber zu wohnen und so niedrige Tarifverträge abzuschliessen, daß die Menschen vom resultierenden Lohn nicht leben können. Aber da könnte ich ja auch fragen, was dien noch christlich an Parteien wie CDU und CSU ist. Die Antwort würde beidesmal gleich ausfallen: nix.

Ausbeutung und Einschüchterung laufen meinem Verständnis von Christlichkeit zuwider. Allerdings passt es hervorragend zu den politischen Ideologien, die so mancher KIRCHLICHER Würden(?)träger zur Schau stellt. Kirche und Geldadel waren schon immer Bettgefährten. Gier, Borniertheit und ein ungesunder Konservatismus sind die Markenzeichen jener Menschen, die sich die “gute alte Zeit” zurückwünschen, als die Frauen noch wussten, wo ihr Platz war, und in der die Arbeiter ihren Vorgesetzten noch Respekt entgegenbrachten; eine Zeit in der der Geldadel noch ungeniert herrschen durfte und der Pöbel kuschen musste.

Diese Zeiten sind vorbei, möchte man gerne sagen. Allerdings wird schon seit langem daran gearbeitet, all die Errungenschaften, die sich Arbeitnehmer erkämpft haben, wieder zurückzunehmen. Eine Werkzeug dabei sind “christliche” Gewerkschaften, welche mal mehr, mal weniger offensichtlich eher im Interesse der Bosse agieren, als im Intersse der Arbeitnehmer.

Gut, daß da mal jemand genauer hingeschaut und draufgehauen hat.

Zitat des Tages

“It is not very unreasonable that the rich should contribute to the public expense, not only in proportion to their revenue, but something more than in that proportion”.
Adam Smith

(Es ist nicht sehr unvernünftig, daß die Reichen zu den öffentlichen Ausgaben beitragen sollten – nicht nur proportional zu ihrem Einkommen, sondern sogar etwas überproportional.)

Adam Smith ist einer der Urväter der Liberalen – jedenfalls zitieren sie ihn gern, wenn es ihnen in ihre persönlichen Ziele passt. Man wird jedoch lange warten können, bis man obige Worte aus dem Munde einer FDP-Schranze zu hören bekommt. Denn die FDP hat längst ihre liberalen Wurzeln abgestreift und sich einem vulgären Libertarianismus verschrieben, dessen Ziel es ist unter dem Nebelschleier einer Worthülse, wie Chancengleichheit, den Armen zu nehmen um es den Reichen hinteneinzustopfen. Diese Leite haben vergessen, daß nach Liberté gleich die Egalité kommt – und dann noch die Fraternité. Ich füge in diesen Dreiklang immer gerne noch ein Humanité ein, ein Wort welches im Wortschatz jener FDPler anscheinend schon lange fehlt.

Aufgegabelt: Wikileaks

Heute mal ein interssanter Artikel über Wikileaks in der taz. Während sich alle auf Julian Assange eingeschossen haben, macht der Rest der Crew still und leise einfach weiter – fast könnte man meinen, das wär so geplant gewesen. Die taz interviewt Kristinn Hrafnsson, isländischer Journalist und derzeitiger Sprecher von Wikileaks.

Die US-Regierung sagt, die Wahrheit sei eine destabilisierende Kraft. Wir haben diese Aussagen früher schon von anderen gehört und jetzt hören wir sie in einer sehr überzogenen Form von dieser Seite.

[...]

Zum einen sehe ich eine Tendenz zu wachsender Geheimhaltung und gleichzeitig sehe ich, dass die traditionellen Medien, zu denen ich 20 Jahre lang gehörte, immer weiter beschnitten werden – finanziell und personell. Investigativer Journalismus ist fast zu einer bedrohten Art geworden. Zu große Nähe von Unternehmen und Regierungen fördert Korruption, es ist ungesund für Demokratie und Gesellschaft. Größere Transparenz trägt zu mehr Verantwortung bei Regierungen und Unternehmen bei.

Quelle: “Wir hatten einen Notfallplan” taz.de