Zitat des Tages

”When you cut facilities, slash jobs, abuse power, discriminate, drive people into deeper poverty and shoot people dead whilst refusing to provide answers or justice, the people will rise up and express their anger and frustration if you refuse to hear their cries. A riot is the language of the unheard.”

Wenn man die Infrastruktur zerstört, Jobs halbiert, Macht missbraucht, diskriminiert, Menschen in noch tiefere Armut treibt und Leute erschiesst, während man sich weigert ihnen Antworten oder Gerechtigkeit zukommen zu lassen – dann werden die Menschen sich erheben und ihrer Wut und ihrer Frustration Ausdruck verleihen wenn mans ich weigert ihre Schreie zu hören. Ein Aufstand ist die Sprache der Ungehörten.

Dr Martin Luther King, address in Birmingham, Alabama in 1963

Die traurige Wahrheit über die Randale in Grossbritannien

Gestern beim fefe aufgegabelt: Ein Reporterteam hat einen jungen Demonstranten gefragt, ob Randale das richtige Mittel für Protest sei. Die Antwort hat das Team in ihrer simplen Wahrheit und Einfachheit dann doch wohl etwas sprachlos gemacht:

“Ja,” sagte der junge Mann. “Sie würden jetzt nicht mit mir sprechen, wenn wir nicht randalieren würden, oder?”

Dazu fiel dem TV-Reporter von Großbritanniens ITV keine Antwort ein. Also legte der junge Mann nach. “Vor 2 Monaten sind wir nach Scotland Yard marschiert, mehr als 2000 von uns, alle Farbige, und es war ein friedlicher Marsch. Und wissen Sie was, davon hat kein Wort in den Zeitungen gestanden. Dann ein wenig Randale und Plündern gestern Abend und schauen sie sich jezt mal um.” [...] Ein Dutzend TV-Crews und Zeitungsreporter interviewten die jungen Männer überall.

Zu dem Thema gibt es übrigens auch einen sehr lesenswerten Artikel bei den Nachdenkseiten:

Die Gewalt in Großbritannien ist ein Symbol für das Scheitern der konservativen Ideologie in ihrer werte-losen Ausprägung. (Siehe dazu auch den Artikel im Tagesanzeiger). In dem diese Konservativen die Herrschaft der Märkte und der Selbstbereicherung als Organisationsprinzip der Ökonomie gepredigt haben, haben sie zugleich ihre sonst so hoch gehaltenen eigenen Werte ruiniert. Indem sie ihre Herrschaft mithilfe von rücksichtslosen Medienunternehmern wie Murdoch durchgesetzt und gefestigt haben, haben sie die Lebensgrundlagen demokratischer Willensbildung zerstört. Indem sie den Kommerz bei den elektronischen Medien wie auch im Umgang mit öffentlichen Leistungen und öffentlichen Unternehmen durchgepaukt haben, zerstörten sie wichtige gemeinschaftsfördernde Einrichtungen. Dem Volk gehört nichts mehr, weder die Wasserwerke noch das Fernsehen, weder die Eisenbahn noch die Wohnungen.

Wie man politischen Protest NICHT organisieren sollte…

Jetzt mal ganz ehrlich: WIE HIRNVERBRANNT muss man sein, um so eine Aktion ausgerechnet bei Facebook zu organisieren?

ABBA DAS IS DOCH SO SCHÖN PRAKTISCH! Yep, besonders für diejenigen, die solche Proteste verhindern wollen:

Israel hatte über soziale Netzwerke und Websites eine Liste von über 300 Namen zusammengestellt, die den Fluggesellschaften übermittelt wurden. Yigal Palmor, ein Sprecher des Außenministeriums, sagte, die Namen auf der Liste wurden zusammengestellt, indem einfach die Vorbereitung der Organisatoren in sozialen Netzwerken und auf Websites verfolgt wurde.

[...]

“Wir brauchten den Mossad nicht”, erklärte Palmor der New York Times. “Es war alles ganz offen da draußen zu finden.” Facebook gab an, keine Daten an Israel übermittelt zu haben.
(“Willkommen in Palästina” Israle nutzt Facebook für Einreiseverbote)

Genau. Wer braucht schon Geheimdienste, wenn die Menschen einfach nur zu dämlich zum atmen sind.

Ein letztes mal der Lügenbaron

Ich habe hier schon seit geraumer Zeit einen Artikel in der Mache gehabt, in dem ich mein Unbehagen angesichts der hirngewaschenen Schafe, die sich den KT zurückwünschen zum Ausdruck bringen wollte. Ich habe wirklich hart mit mir gerungen, dabei angesichts der entweder wirklichen oder nur vorgegaukelten BLÖDheit einen sachlichen Ton zu wahren.

All das kann ich nun in die Tonne treten. Und ich bin froh darüber. Warum? Weil KenFM einen Kommentar zu eben jenem Thema veröffentlicht hat, der all das besser ausdrückt, als ich es jemals hätte formulieren können.

Mindestlohn vernichtet keine Arbeitsplätze…

… die Gier der Unternehmer vernichtet Arbeisplätze. Ich habe heute einen Hinweis auf eine interessante Studie bei den nachdenkseiten gefunden. Das Handelsblatt schreibt dazu:

So zeigt eine jetzt veröffentlichte Mammut-Untersuchung des Arbeitsmarkt-Forschungszentrums der US-Eliteuniversität Berkeley: Höhere Mindestlöhne haben in den Vereinigten Staaten in den vergangenen 16 Jahren keine Jobs vernichtet. „Wir finden keine negativen Beschäftigungseffekte“, lautet das Fazit der Arbeit mit dem Titel „Minimum Wage Effects Across State Borders“…
In einem ersten Schritt stellen die Forscher fest: Höhere Mindestlöhne haben tatsächlich die sozialpolitisch gewünschte Wirkung. Wenn ein Bundesstaat den Mindestlohn erhöhte, stiegen danach die Einkommen der betroffenen Beschäftigten auch deutlich an – die Arbeitgeber konnten die Gesetze also nicht umgehen. Auf die höheren Lohnkosten reagierten sie dennoch nicht mit Entlassungen…
Diese Ergebnisse stützen die Theorie des britischen Arbeitsmarkt-Forschers Alan Manning. Der Professor der London School of Economics propagiert seit mehr als zehn Jahren, dass reale Arbeitsmärkte nicht so perfekt funktionieren, wie es Ökonomen in ihren Modellen unterstellen. Im wirklichen Leben würden die Arbeitgeber gerade im Niedriglohnsektor über Marktmacht verfügen – diese erlaube es ihnen, die Löhne ihrer Beschäftigten zu drücken. Wenn das so ist, können staatliche Lohnuntergrenzen die Einkommen von Geringqualifizierten erhöhen, ohne dass Arbeitsplätze verloren gehen.

Es geht also darum, die einseitige Marktmacht der Arbeitgeber – die besonders im Niedriglohnsektor stark ausgeprägt ist – zu brechen und den Arbeitsmarkt wieder zu einem Markt zu machen, in dem gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe miteinander agieren.

Zur Zeit liegt die Macht einseitig bei den Arbeitgebern. Die Hartz-IV-Reform hat dazu geführt – und das sicherlich nicht politisch ungewollt – daß Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage sind, für sie unwirtschaftliche Angebote abzulehnen und so ihren eigenen Preis selbst festzulegen. Ihre Macht als Marktteilnehmer ist im Moment so gut wie inexistent. Man sollte bei einer solchen Konstellation vielleicht nicht mehr von Markt reden. Markt geht anders und das wissen Arbeitgeber und Politik sehr genau, auch wenn sie nicht müde werden uns das Lied vom “freien Markt” vorzusingen.

Denn wäre dieser Markt wirklich frei müsste kein Hartz-IV-Empfänger sich sorgen um Leistungskürzungen machen, wenn er mal wieder ein unverschämt unsittlichen “Arbeitsangebot” ablehnt.