… die Gier der Unternehmer vernichtet Arbeisplätze. Ich habe heute einen Hinweis auf eine interessante Studie bei den nachdenkseiten gefunden. Das Handelsblatt schreibt dazu:
So zeigt eine jetzt veröffentlichte Mammut-Untersuchung des Arbeitsmarkt-Forschungszentrums der US-Eliteuniversität Berkeley: Höhere Mindestlöhne haben in den Vereinigten Staaten in den vergangenen 16 Jahren keine Jobs vernichtet. „Wir finden keine negativen Beschäftigungseffekte“, lautet das Fazit der Arbeit mit dem Titel „Minimum Wage Effects Across State Borders“…
In einem ersten Schritt stellen die Forscher fest: Höhere Mindestlöhne haben tatsächlich die sozialpolitisch gewünschte Wirkung. Wenn ein Bundesstaat den Mindestlohn erhöhte, stiegen danach die Einkommen der betroffenen Beschäftigten auch deutlich an – die Arbeitgeber konnten die Gesetze also nicht umgehen. Auf die höheren Lohnkosten reagierten sie dennoch nicht mit Entlassungen…
Diese Ergebnisse stützen die Theorie des britischen Arbeitsmarkt-Forschers Alan Manning. Der Professor der London School of Economics propagiert seit mehr als zehn Jahren, dass reale Arbeitsmärkte nicht so perfekt funktionieren, wie es Ökonomen in ihren Modellen unterstellen. Im wirklichen Leben würden die Arbeitgeber gerade im Niedriglohnsektor über Marktmacht verfügen – diese erlaube es ihnen, die Löhne ihrer Beschäftigten zu drücken. Wenn das so ist, können staatliche Lohnuntergrenzen die Einkommen von Geringqualifizierten erhöhen, ohne dass Arbeitsplätze verloren gehen.
Es geht also darum, die einseitige Marktmacht der Arbeitgeber – die besonders im Niedriglohnsektor stark ausgeprägt ist – zu brechen und den Arbeitsmarkt wieder zu einem Markt zu machen, in dem gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe miteinander agieren.
Zur Zeit liegt die Macht einseitig bei den Arbeitgebern. Die Hartz-IV-Reform hat dazu geführt – und das sicherlich nicht politisch ungewollt – daß Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage sind, für sie unwirtschaftliche Angebote abzulehnen und so ihren eigenen Preis selbst festzulegen. Ihre Macht als Marktteilnehmer ist im Moment so gut wie inexistent. Man sollte bei einer solchen Konstellation vielleicht nicht mehr von Markt reden. Markt geht anders und das wissen Arbeitgeber und Politik sehr genau, auch wenn sie nicht müde werden uns das Lied vom “freien Markt” vorzusingen.
Denn wäre dieser Markt wirklich frei müsste kein Hartz-IV-Empfänger sich sorgen um Leistungskürzungen machen, wenn er mal wieder ein unverschämt unsittlichen “Arbeitsangebot” ablehnt.