Gestern beim fefe aufgegabelt: Ein Reporterteam hat einen jungen Demonstranten gefragt, ob Randale das richtige Mittel für Protest sei. Die Antwort hat das Team in ihrer simplen Wahrheit und Einfachheit dann doch wohl etwas sprachlos gemacht:
“Ja,” sagte der junge Mann. “Sie würden jetzt nicht mit mir sprechen, wenn wir nicht randalieren würden, oder?”
Dazu fiel dem TV-Reporter von Großbritanniens ITV keine Antwort ein. Also legte der junge Mann nach. “Vor 2 Monaten sind wir nach Scotland Yard marschiert, mehr als 2000 von uns, alle Farbige, und es war ein friedlicher Marsch. Und wissen Sie was, davon hat kein Wort in den Zeitungen gestanden. Dann ein wenig Randale und Plündern gestern Abend und schauen sie sich jezt mal um.” [...] Ein Dutzend TV-Crews und Zeitungsreporter interviewten die jungen Männer überall.
Zu dem Thema gibt es übrigens auch einen sehr lesenswerten Artikel bei den Nachdenkseiten:
Die Gewalt in Großbritannien ist ein Symbol für das Scheitern der konservativen Ideologie in ihrer werte-losen Ausprägung. (Siehe dazu auch den Artikel im Tagesanzeiger). In dem diese Konservativen die Herrschaft der Märkte und der Selbstbereicherung als Organisationsprinzip der Ökonomie gepredigt haben, haben sie zugleich ihre sonst so hoch gehaltenen eigenen Werte ruiniert. Indem sie ihre Herrschaft mithilfe von rücksichtslosen Medienunternehmern wie Murdoch durchgesetzt und gefestigt haben, haben sie die Lebensgrundlagen demokratischer Willensbildung zerstört. Indem sie den Kommerz bei den elektronischen Medien wie auch im Umgang mit öffentlichen Leistungen und öffentlichen Unternehmen durchgepaukt haben, zerstörten sie wichtige gemeinschaftsfördernde Einrichtungen. Dem Volk gehört nichts mehr, weder die Wasserwerke noch das Fernsehen, weder die Eisenbahn noch die Wohnungen.